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14 Die Übergabe

Die Übergabe ist etwas kniffelig. Eigentlich besteht sie aus drei Teilen. Erstens schauen, ob soweit alles auf den ersten Blick in Ordnung ist. Zweitens Schließzylinder tauschen, Protokoll unterschreiben und das Haus quasi übernehmen (wenn es ab da abbrennt oder die Wasserleitung platzt, muss man sich organisatorisch selbst darum kümmern (mit Unterstützung des Verwalters) vorher ist es rechtlich noch alleiniges Problem der DRH). Und dann natürlich nochmal genau alles anschauen, ob auch alles funktioniert.

Bei der Übergabe schaut man nochmal die Punkte der Abnahme an. Zusätzlich kommen jetzt natürlich noch die Elemente dazu, die bei der Abnahme noch nicht da waren. Die Treppenstufen sollte man z.B. anschauen und sich dabei nicht hetzen lassen. (Auch wenn die Vorfreude auf das Haus einen vielleicht im ersten Glückstaumel zur Eile verleitet).

Sind die Treppenstufen in Ordnung (auch die Kanten ruhig mal anfassen) und die Schraubenköpfe darunter in Ordnung? Zum Streichen der Tragkonstruktion der Treppe wird man die Schrauben lösen müssen, da wäre es schon gut, wenn sie nicht schon vorher durchgenudelt sind. (Ja, das geht nämlich auch bei Torx-Bits).

Für die Haustür benötigt man einen eigenen Schließzylinder, welcher bei der Übergabe gegen den Bauzylinder der DRH getauscht wird. Für Gartentor, Gartenhaus und Garage bekommt man Zylinder mit Schlüsseln von der DRH.
Hier scheiden sich die Geister. Ich kann nur raten, alles vom ersten Tag an gleichschließend zu machen. Dann benötigt man nur noch einen Schlüssel und der schließt alles, was mit dem Haus zu tun hat. Dabei am Besten auf einen Bohrmuldenschlüssel zurückgreifen. Zumindest bei der Haustür auf Not- und Gefahrenfunktion des Zylinders achten (das man auch von außen aufschließen kann, wenn innen ein Schlüssel steckt). Und dann ist eine geschützte Schließung sinnvoll. Das heißt, man bekommt eine Sicherungskarte und nur mit der können Schlüssel nachgemacht werden. Für mich die Wahl auf den „BKS Helius“ Zylinder. Mehr braucht man bei einem Reihenhaus wie unserem nicht, da der hochpreisigste und sicherste Zylinder nichts nützt, solange die Tür und die Fenster „nur“ guter Standard ist. Das wäre, als würde ich Hochleistungsreifen kaufen, obwohl mein Auto nur 160km/h schafft. Nicht falsch verstehen, die Türen und Fenster sind wirklich gut und vollkommen ausreichend, aber mehr auch nicht….
Wir haben 15 Schlüssel genommen, mindestens 10 sollten es auf jeden Fall sein. Die sind bei der Ertstbestellung nicht teuer und mit Kindern, Eltern, Ersatzschlüssel und Putzfrau sind schnell 8-10 Schlüssel im Umlauf. Mit der Sicherungskarte kann aber keiner die Schlüssel so einfach nachmachen.
Wir hatten (wie auch mehrere unserer neuen Nachbarn) eine komplette Schließanlage als sogenannte Z-Schließung  (Tür, Gartentor, Gartenhaus, Garage und ein Ersatzhalbzylinder, sowie 15 Schlüssel) beim Holzland Beese in Unna bestellt. Die geben Erwerbern der DRH einen sehr interessanten Rabatt und sind bei Fragen kulant und auch gut erreichbar. Ein Vergleich lohnt sich auf jeden Fall. Aber dort sollte man auch mal fragen.
Die Maße der einzelnen Zylinder hatte ich mir vorher von der DRH schriftlich geben lassen. Die Nachbarn hatten sich dann an meinem Angebot von Beese www.holzlandbeese.de orientiert und nur teils den Ersatzzylinder (den kann man z.B. für Gartentruhen brauchen) oder den Zylinder für die Garage weggelassen, oder die Anzahl der Schlüssel verändert.

Wenn das Haus übergeben ist und der erste Sekt geköpft ist, sollte man trotzdem nochmal ordentlich durchgehen.
Gehen alle Heizkörper?
Sind die Steckdosen funktionsfähig? Beim Nachbarn lag auf einer Steckdose die Phase auf dem Schutzleiter, das ist auch bei einem PRCD (FI-Schalter) mindestens schmerzhaft.
Kommt tatsächlich nur an den Zuluftelementen Luft ins Haus? Wir hatten eine Undichtigkeit am Kniestock und im 1. OG an den Ecken zwischen Boden und den Seiten- und Außenwänden.
Wie prüft man das? Man kann ganz trivial mit einem Räucherstäbchen durchgehen und bei eingeschalteter Wohnraumentlüftung und geschlossenen Fenstern und Türen prüfen, ob in den Raumecken, Bauwerksfugen oder auch Steckdosen an den Außenwänden Luft eintritt. Dann verwirbelt der Rauch, was so nicht passieren sollte. Luft darf merklich eigentlich nur an den Zuluftelementen über den Fenstern eintreten.
Schließen alle Fenster korrekt und funktioniert die Fehlbedienungssperre?
Auch so triviale Dinge, wie die Vollzähligkeit der Bartschlüssel an den Zimmertüren, sind einen Blick wert.
Oder auch, ob alle Armaturen korrekt angeschlossen sind (warm/kalt) und die Sanitärkeramik ohne Schäden ist.

Wenn man was feststellt, dann lohnt eine freundliche Mail an den Bauleiter oder die Kundenbetreuerin. Ich habe es nicht erlebt, dass man mich abgewimmelt hat. Auch bei Nachbarn wurde alles sachlich betrachtet und ggfls. zügig behoben. Alle Punkte wurden ernst genommen, aber bei Nachbarn musste ich auch feststellen, dass nicht alles auf die DRH zurückzuführen war. Wenn man z.B. 2 Tonnen Fliesen mitten Im Wohnzimmer auftürmt, dann braucht man sich über einen Riss im Estrich nicht wundern, da kann dann auch die Reihenhaus nichts ändern.

Teilweise können kleinere Mängel auch später auftreten, (z.B. ist bei uns das Dach der Garage plötzlich undicht gewesen), dann auch einfach Bescheid geben. Die DRH kümmert sich dann. Aber Vorsicht bei Mängeln, die eigene Handwerker beim Ausbau verursacht haben. Z.B. falsch remontierte Schalter und Steckdosen, Beschädigte Fensterrahmen oder beschädigte Treppenstufen), hier ist die DRH  nicht mehr zuständig. Im Zweifel auch ruhig dem eigenen Handwerker den Schaden melden.